Am 15. Juni um 15 Uhr habe ich meine Diplomprüfung in "
künstlerischer Fotografie" in Wien abgelegt.
Wenig spektakulär, zumal mir vor diesem Tag nicht einmal mitgeteilt wurde, dass die Prüfung aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil besteht. So habe ich zum 1. Mal eine Präsentation aus dem Stehgreif gehalten und ich muss ganz ehrlich gestehen, dass diese besser war als die 99 (+/-) Mal davor, bei denen ich tagelang gelernt hatte und vor Nervosität am Auszucken war - dieser Zustand, wo man mehr Koffein, als Blut im Körper hat ;-)
Gelassen war ich deshalb, weil ich 7 Monate dem unkoordinierten Chaos ausgesetzt war
(und ganz nebenbei noch seit 2 Monaten eigentlich keinem anderem Datum so entgegen fiebere wie dem 19. Juni ... - Insider wissen worum es geht). Einem Chaos, dass damit endete, dass wir "unseren Lernstoff doch im Internet recherchieren sollen" (tut mir leid, aber dafür war ich im Oktober nicht bereit einen 4-stelligen Betrag zu zahlen, denn im Internet recherchieren hätte ich doch auch ohne Kurskosten gekonnt).
Tja, der Vernissage der Ausstellung habe ich dann doch mit viel Vorfreude entgegen geblickt, war sie doch die 1. für mich und wird sie doch vorläufig die Einzige für mich sein. Leider stellte sich aber heraus, dass diese Vernissage so aufregend war wie ein Brotkrümel, der gerade auf der anderen Seite der Welt am Boden fällt, wurde sie doch von einem "Kurator" eröffnet, dessen Spezialgebiet eigentlich das Handwerk ist und einem Lehrgangsleiter, den ich erst am vorletzten Kurstag (nach 7 Monaten!) kennen lernte ... in einem Raum, den kaum jemand kennt und dementsprechend frequentiert wird!
Ganz besonders glücklich macht es mich, dass wir die Leiter mit unseren Bildern - ich zitiere den Wortlaut "nicht blamiert haben, denn sie wussten ja nicht was sie da erwartet" ... auch wenn sie der Meinung waren, dass eine Teilnehmerin ihr Bild nicht selbst geschossen hat, (nachdem diese vor versammelter Mannschaft den Mut aufbrachte und ihre Beschwerdepunkte vortrug)!
Ach ja, unseren Coach, der 90 % der Zeit mit uns verbrachte konnten 8 Leute aus dem 2er Team an dem Abend nicht entdecken! Ob er sich irgendwo in den "Menschenmassen" versteckt hat und alles heimlich beobachtete oder hatte er doch wichtiger Dinge zu tun, als die Personen die er 7 Monate lang betreut hat, bei ihrer letzten gemeinsamen Aktion zu begleiten?
Tja und der 3-seitige Beschwerdebrief den ich bereits vor 2 Wochen eingerecht habe, zu dem wurde bisher auch noch keine Stellung bezogen und wenn ich richtig zwischen den Zeilen gelesen habe (nach dem Vortrag einer Kurskollegin gestern), dann wird dieser gerade in der Rechtsabteilung zerlegt und meine Beschwerden schließlich so ausgelegt, dass ich im Endeffekt die Schuldtragende an meiner Unzufriedenheit bin, hätte "ich mich doch mehr engagiert" ...
und das bei einem Thema, dass mittlerweile zu einer meiner größten Passionen von mir zählt!
Wer nach diesem Beitrag hier glaubt, dass ich ein streitsüchtiger Mensch bin, der irrt. Es ist die erste Beschwerde die ich je in meinem Leben verfasst habe und diese zurecht!!! Wir wussten, dass dies ein Pionierkurs ist und wir wussten auch, dass dieser mit einigen verbesserungswürdigen Punkten einhergeht. Es kann aber nicht sein, dass 2 parallele Gruppen, unabhängig voneinander, so unzufrieden sind, dass sie Beschwerdeaktionen starten.
Ein Lehre habe ich aus diesem Kurs auf alle Fälle gezogen, aber eine die ich gerne vermieden hätte zu lernen: "Drum prüfe, wer sich (ewig) bindet". Ewig war ich zwar nicht mit dem Kurs verbunden, aber immerhin mehr als ein halbes Jahr und wenn ich bereits vor dem Kurs die Standpunkte unseres Coachs gekannt hätte (mit dieser Institution werde ich nicht mehr zusammen arbeiten, weil es mein Ziel war ein umfassenderes Modul zu gestalten) und gewusst hätte, dass er im Laufe des Kurses am Überlegen ist das Handtuch zu werfen, weil er realisierte, dass er das Vorgehabte mit uns in diesem Rahmen nicht umsetzten konnte, dann frage ich mich wer aus diesem Kurs einen Nutzen zog. Die Teilnehmer? Eher weniger! Der Vortragende? Möglich! Bleibt eigentlich nur noch die Institution ...
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Tag in der Hoffnung, dass ihr nicht so überrollt werdet wie ich!